Vegan

Wenn ich mein Leben als Veganerin beschreiben sollte, würde ich zwei Worte wählen: IT ROCKS!!!

Oder maximal drei: vegan & happy. 🙂

Je nach Tagesform amüsiere/echauffiere mich jedes Mal, wenn aus den Reihen meiner unbedarften Mitmenschen die Frage kommt: „Was darfst du denn dann noch essen?“ Begleitet wird diese Frage von einem mitleidig-besorgten Gesichtsausdruck, so als würde ich mich in einer Notlage befinden und unter Verzicht und Zwang vor mich hindarben…

Nein nein, ich bin kein Masochist. Mir geht es sehr, sehr gut mit dieser Art zu leben; sie macht mich total glücklich und auf jeden Fall immer satt. Im Ernst!

Als ich 2013 vegan wurde, hatte ich bereits 22 Jahre als Vegetarierin hinter mir. Und einige mehr oder minder erfolglose Versuche, auf vegan umzusteigen. Vermutlich bin ich damals gescheitert, weil ich mit der falschen Einstellung und verkehrten Prioritäten an eine derart tiefgreifende Veränderung herangegangen bin. Irgendwo im Hinterkopf hatte sich bei mir der Gedanke verankert, Veganismus sei kompliziert, schwer durchzuhalten und mit Verzicht verbunden. Den Tieren zuliebe hätte ich nur zu gern umgesattelt, aber ich war anscheinend noch nicht bereit, meine innig geliebte Milchschokolade und den Cappuccino aufzugeben bzw. nach veganen Alternativen zu suchen, die meine Essensgelüste gleichermaßen befriedigten.

Heute weiß ich: Ich habe nichts verloren, sondern ganz im Gegenteil eine Menge dazugewonnen. Vegan zu leben hat mich bereichert, in vielerlei Hinsicht.

Vor drei Jahren hat es dann schließlich „klick“ gemacht. Der Gedanke an Verzicht hatte sich mittlerweile verflüchtigt; Herz und Kopf waren endlich im Einklang. Seitdem bin ich eine wunschlos glückliche Veganerin und mit mir und meiner Ernährung im Reinen – endlich kein schlechtes Gewissen mehr, wenn Käse auf dem Brot oder Joghurt in meinem Mund landete! Leider verdrängen viele Vegetarier nur allzu bereitwillig, dass auch die Milchindustrie mit endlosem Tierleid verbunden ist. Als dieser ewige Zwiespalt vorbei war, habe ich mich richtiggehend befreit gefühlt.

In diesen drei Jahren habe ich neben sämtlichen Lebensmitteln peu á peu auch alle Körperpflege-, Wasch- und Reinigungsprodukte durch vegane Varianten ersetzt. Trotzdem gebe ich unumwunden zu, dass ich wahrscheinlich nicht zu 100% vegan lebe. Besonders bei Kleidung und Schuhen finde ich es schwer zu ermitteln, ob hier wirklich ohne Tierleid produziert wurde, gerade wenn man wie ich darauf angewiesen ist, preisgünstig zu kaufen. Unter anderem auch deshalb bin ich ein glühender Anhänger von Re- und Upcycling und sehe zu, dass ich aus meinen Klamotten das Beste heraushole, bevor ich sie endgültig in die Altkleidersammlung gebe.

Kurz und gut:

Veganismus hat nichts mit Verzicht zu tun, dafür eine ganze Menge mit Genuss, Kreativität und dem Entdecken neuer Köstlichkeiten. Klar, auch als Veganer kann man sich ungesund ernähren, aber das gilt für jede Ernährungsform!

Mir hat der Veganismus vor allem ein gutes Stück Seelenfrieden gebracht, dazu deutlich mehr körperliche Energie und zumindest phasenweise (…) Freude am Kochen und Backen.

Aber keine Angst, ich werde dich hier nicht unaufhörlich mit Rezepten bombardieren, dafür gibt es bereits ausreichend und oftmals sehr gute Blogs und Seiten über veganes Kochen im Netz. Da deren Betreiber ihren Job mit Sicherheit wesentlich besser beherrschen als ich, werde ich mich auf einige persönliche Lieblingsrezepte und Tipps beschränken, die allesamt einfach umzusetzen sind. Ich bin nämlich nicht gerade mit Geduld gesegnet, deshalb muss immer alles schnell gehen und vor allem unkompliziert sein.

If you wanna go wild – go vegan!

Wilde vegane Grüße