Eine Samtpfote kommt ins Haus – was gilt es zu beachten?

Eine Samtpfote kommt ins Haus – was gilt es zu beachten?

Wenn du dich dazu entschließt, eine Katze aufzunehmen, empfiehlt es sich, einige Punkte zu berücksichtigen, damit Mensch und Tier sich miteinander wohlfühlen. Durch meine langjährige ehrenamtliche Arbeit im Tierschutz und die Aufnahme etlicher Pflegekatzen, unter ihnen auch schwierige Fälle, kann ich auf umfangreiche Erfahrungswerte zurückgreifen, die ich gern mit dir teilen möchte.

Wichtig ist, der Katze schon beim Einzug ausreichend Möglichkeiten zum Rückzug zu bieten. Dafür eignet sich zum Beispiel die Höhle eines Kratzbaums, ein Plüschhäuschen aus dem Fachhandel oder einfach ein größerer Pappkarton, in den man ein Loch als Eingang schneidet. Manche Katzen ziehen es auch vor, sich unter dem Bett oder Sofa zu verstecken, wenn sie zum erstenmal fremde Räumlichkeiten betreten. Man sollte keinesfalls versuchen, sie aus ihrem Versteck herauszuholen, sondern warten, bis sie von selbst hervorkommen.

Genau wie bei uns Menschen gibt es auch bei Katzen grundverschiedene Charaktere – die einen sind neugierig und zutraulich, die anderen eher schüchtern und verschlossen. Wenn man das Tier nicht bedrängt, sondern ihm Zeit gibt, Vertrauen zu fassen, wird auch eine scheue Katze relativ zeitnah „auftauen“.

Einige Samtpfoten streifen von Anfang an mutig durch ihr neues Revier und nehmen mit Begeisterung am Alltagsleben teil. Sollte deine Katze sich zunächst verstecken, stelle den Futter- und Wassernapf in ausreichend Abstand (!) zueinander in die Nähe ihres Verstecks und sorge dafür, dass auch die Katzentoilette in Sichtweite steht. Später kann diese an den ihr ursprünglich zugedachten Platz versetzt werden.

Bei ängstlichen Katzen kann es zudem sehr hilfreich sein, das Raumangebot zunächst auf ein oder wenige Zimmer zu beschränken und erst nach und nach die ganze Wohnung freizugeben. Richte einige gemütliche Schlafplätze her, gern auch in luftiger Höhe, denn Katzen verbringen bis zu 16 Stunden des Tages mit Schlafen.

Katzen sind Gewohnheitstiere. Biete deinem neuen Stubentiger zunächst das Futter an, das er aus dem Tierheim kennt, um den Magen-/Darmtrakt nicht unnötig zu belasten. Eine Futterumstellung sollte immer langsam erfolgen. Auch wird die Katze es dir danken, wenn vorerst die gewohnte Katzenstreu benutzt und die Toilette je nach Vorliebe mit oder ohne Haube angeboten wird. Ein tägliches Entfernen der Exkremente sollte selbstverständlich sein.

Schlage stets einen ruhigen und freundlichen Ton an, wenn du mit deiner Katze sprichst, und vermeide hastige Bewegungen und direktes Anstarren. Vorlesen oder auch vorsingen haben sich bewährt, um ängstliche Tiere zu beruhigen. Zu wildes Spielen und Toben, laute Geräusche und viel Besuch können deine Katze nachhaltig erschrecken, deshalb sollte man es in den ersten Wochen geruhsam angehen lassen, damit die Miez sich einleben kann.

Katzengerechtes Spielzeug – weiche, leichte Gegenstände, die sich gut mit der Pfote bewegen und in die Luft werfen lassen, sind besonders beliebt – kann zum Beispiel im Wohnzimmer ausgelegt werden, damit die Katze sich daran bedienen kann. Auch ein Topf mit Katzengras sollte zur freien Verfügung stehen, wenn die Katze kein Freigänger ist, denn die grünen Halme liefern ihr wertvolle Folsäure, die ihre fleischliche Nahrung nicht enthält. Das Gras dient auch dazu, unverdauliche Haarbüschel, die bei der täglichen Fellpflege aufgenommen werden, leichter wieder nach draußen zu befördern. Sollte deine Katze nach dem Grasknabbern erbrechen, stelle den Topf für den Rest des Tages beiseite, damit der Magen sich wieder beruhigen kann.

Weitere Informationen zum Zusammenleben mit Katzen findest du in meinen anderen Artikeln.

Dieser Artikel ist im Magazin „Arko“ (Ausgabe 1) des Tierschutzvereins Goslar und Umgebung e.V. erschienen.

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