Lesen. Laufen. Lieben.

Lesen. Laufen. Lieben.

Hmm ja. Dass ich mich auf meinem eigenen Blog rar mache, ist schon ärgerlich und war so auch nicht gedacht. Aber manchmal ist es einfach so – unvorhergesehene Dinge passieren. Erst nur Profanes. Dann ein privater Tiefschlag, mitten ins Herz. Am Tag darauf stirbt eine Katze. Ja, das ist kein Witz. Im letzten Jahr ist mir das Gleiche geschehen, in umgekehrter Reihenfolge. Wenn man zuviele Hiebe auf dieselbe Stelle einstecken muss, wird sie irgendwann taub. Mir geht es so. Ich fühle nicht mehr viel, oder nur noch punktuell. So schlimm das auch ist, es hat Vorteile.

Ich versuche, die guten Zeiten zu sehen. Gucke mir Fotos an, ohne zusammenzubrechen. Überschütte meine übrigen Katzen und die Menschen, die mich wertschätzen, mit meiner Zuneigung. Nein, ich liege nicht am Boden. Ich stehe wieder? immer noch? auf meinen Füßen, wenn auch manchmal wackelig. Zeitweilig fühlt sich dieser Zustand auch wie Schweben an, so ein kleines bisschen über allem.

Eigentlich wollte ich einen Post über drei wesentliche Säulen in meinem Leben schreiben, die Körper, Geist und Seele stützen.

Ob ich das zum jetzigen Zeitpunkt gebacken kriege, so wie ich es geplant hatte? Ich weiß es nicht. Aber es ist durch die jüngsten Vorkommnisse nicht falsch geworden, im Gegenteil. Die Ereignisse haben meinen Denkprozess auf eine abstrakte Art sogar bestätigt. Deshalb versuche ich es.

Ich habe in den vergangenen Wochen viel Zeit mit meinem inneren Ich verbracht. Reichlich gelesen, noch mehr nachgedacht; Erkenntnisse gehabt, neue Ansichten verinnerlicht, Schlüsse gezogen. Wie eine Metamorphose von innen nach außen – in kleinsten Schritten. Ich habe gar nicht überwiegend Bücher gelesen, sondern kreuz und quer, je nach Laune. Perlen findet man überall (oder sie finden einen), ich persönlich entdecke zur Zeit häufig welche auf Instagram. Was ich nie erwartet hätte!

Zudem laufe ich mittlerweile sehr regelmäßig, normalerweise jeden zweiten Tag, was meine innere und äußere Haltung zusätzlich enorm beeinflusst. Ich denke und fühle mich anders als früher; ich bewege mich sogar anders. Das Laufen hat so manches angestoßen, was festgesteckt hat, glaube ich. Vor allem hat es mir zu einem anderen – besseren – Selbstverständnis verholfen.

Ich bin ruhiger. Ich fühle mich stärker – körperlich natürlich, aber auch emotional. Ich weiß, dass ich mir eine Menge zutrauen kann. Ich habe das Grab für meine Katze eigenhändig ausgehoben. Sie allein beerdigt. Es gibt für mich wenig Schlimmeres auf der Welt, aber ich habe mich bewusst dagegen entschieden, jemanden um Hilfe oder Beistand zu bitten. Manches muss man allein schaffen.

Lesen. Laufen. Lieben.

Was ist mit dem Lieben? Schwierig. Ich bin zur Zeit eigentlich die Falsche, um darüber zu schreiben. Ich befinde mich (noch) am Ende eines Ablöseprozesses. Was ich mir für die Zukunft wünsche, ist diffus. Oder besser gesagt: Ich bin irgendwo mittendrin zwischen Vergangenheit und Zukunft, kann und will nichts planen, nichts wollen. Das Herz gewährt noch keinen vollen Freigang, auch wenn der Kopf da schon weiter ist.

Dennoch: Ich will mir Offenheit bewahren. Nicht in Misstrauen und schlechten Erfahrungen erstarren. Ich freue mich auf alles Neue, was immer kommen mag. Ich liebe meine Familie, meine Freunde, meine Tiere und weiß, dass ich zurückgeliebt werde. Ich habe viel und bin nicht – in keinerlei Hinsicht – bedürftig. Liebe und Zuneigung kann man ohnehin nicht erzwingen, sie kommen als Geschenk ohne Bedingungen daher und müssen nie, nie erkämpft werden.

Head up, heart open.
Ich glaube, damit kann ich momentan ganz gut fahren.

Alles weitere wird das Leben zeigen…

Wilde Grüße!

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.