Katzen bedarfsgerecht füttern: Was gehört in den Napf?

Katzen bedarfsgerecht füttern: Was gehört in den Napf?

Basierend auf den speziellen Ernährungsanforderungen von Katzen werden heutzutage unzählige verschiedene Katzenfutter auf den Markt gebracht, die zwar allesamt die grundlegenden Bedürfnisse erfüllen, jedoch hinsichtlich der Qualität große Schwankungen aufweisen. Woran aber erkennt man, ob ein Futter gut oder schlecht ist?

Katzen sind reine Carnivoren, zu deutsch Fleischfresser. Präziser ausgedrückt sind sie sogar hochspezialisierte „Proteinmaschinen“, die einen hohen Anteil an tierischem Protein in ihrer täglichen Nahrung benötigen, um zu überleben. Der gesamte Verdauungstrakt einer Katze ist auf fleischliches Futter ausgerichtet, vom Gebiss bis hin zu dem vergleichsweise kurzen Darm, der eine schnelle Verdauung ermöglicht.

In der Natur ernähren sich Katzen von kleinen Beutetieren wie z. B. Mäusen. Diese stellen das perfekte Katzenfutter dar – eine Maus enthält alle Nährstoffe, die eine Katze benötigt, im richtigen Verhältnis zueinander. Sie besteht aus etwa 55 – 60% Protein, ca. 23 – 30% Fett, rund 70% Feuchtigkeit und nur zu etwa 3 – 8% aus Kohlenhydraten.

Es gibt mittlerweile in Discountern und Drogerien verhältnismäßig gute und preiswerte Futter, oft sind dies die sogenannten Eigenmarken. Im Tierfutterfachhandel und im Internet findet man die größte Auswahl an katzengerecht zusammengesetzter Nahrung. Dabei stellen die im Fernsehen beworbenen Produkte bei weitem nicht die höchstwertigen Marken dar. Welches Futter ist nun aber das Richtige?

Unterscheidet man zunächst grob zwischen Trocken- und Nassfutter, so ist dem Nassfutter immer der Vorzug zu geben. Das liegt daran, dass Trockenfutter kaum Feuchtigkeit enthält, unsere Hauskatzen als Nachfahren von Wüstentieren aber von Natur aus darauf ausgelegt sind, ihren Flüssigkeitsbedarf über die Nahrung zu decken. Sie entwickeln daher kein ausgeprägtes Durstgefühl und trinken fast immer zu wenig, um das Flüssigkeitsdefizit des Trockenfutters auszugleichen. Folglich ist eine Austrocknung des Tieres auf Dauer nicht zu vermeiden, was zu ernsthaften Erkrankungen der Nieren, Blase und der Bauchspeicheldrüse führen kann. Zudem enthält Trockenfutter, besonders die billigen Marken, oft ein Überangebot an Getreide, sprich Kohlenhydraten, die die Katze nur schwer verstoffwechseln kann. Dies belastet langfristig ebenso die Organe wie zu wenig Flüssigkeit und kann zu allergischen Reaktionen und Übergewicht führen.

Bei Nassfutter sollte man darauf achten, dass möglichst wenig oder keine Kohlenhydrate in Form von Getreide und Getreideprodukten – dazu zählen auch Reis und Nudeln – dem Futter beigesetzt sind. Auch pflanzliche Nebenerzeugnisse (meist Soja) sind nicht wünschenswert. Kartoffeln und Gemüse wie z.B. Möhren sind in kleinen Mengen akzeptabel. Zucker, auch in Form von Karamell, wird normalerweise lediglich in Kleinstmengen zugesetzt, um dem Futter eine für das menschliche Auge appetitlichere Färbung zu geben. Er verursacht bei Katzen kein Karies, ist aber in der Regel ein Indiz für minderwertige Rohstoffe im Futter und deshalb zu vermeiden. Künstliche Zusätze wie Farb-, Aroma und Konservierungsstoffe sind überflüssig und werden in hochwertigen Futtern nicht eingesetzt.

Schaut man sich nun die Liste der Inhaltsstoffe eines Nassfutters an, so entspricht die Reihenfolge der aufgelisteten Zutaten ihrer anteilig vorhandenen Menge. Das bedeutet im Klartext, wenn „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ an erster Stelle stehen, ist davon am meisten im Futter enthalten. Mineralstoffe sind häufig an letzter Stelle zu finden, weil sie nur in minimalen Mengen beigesetzt werden müssen. Je hochwertiger ein Futter ist, desto genauer werden im Regelfall die Bestandteile aufgeschlüsselt.

Wichtig ist stets ein ausreichend hoher Fleischanteil, sprich tierisches Protein, das aus möglichst hochwertigen Rohstoffen stammt. So kann man beispielsweise bei einem Nassfutter, das als „Alleinfutter“ ausgewiesen wird und auf der Zutatenliste „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe“ aufführt, bedenkenlos zugreifen.

Übrigens: Eine sehr gute (wenn nicht die beste) Alternative für Katzen stellt BARF dar. BARF bedeutet „biologisch artgerechte Rohfütterung“ und setzt voraus, dass der Katzenhalter sich im Detail mit den Ernährungsbedürfnissen von Katzen auseinandersetzt, um Mangelerscheinungen durch eine falsche Zusammensetzung des Futters vorzubeugen. Denn BARF beinhaltet weitaus mehr als nur das Füttern von rohem Fleisch! In Seminaren oder auch speziellen Internetforen lassen sich die nötigen Kenntnisse über diese Form der Fütterung erwerben.

Wilde Grüße an deine Katze!

Dieser Artikel ist im Tierschutzmagazin ARKO (Ausgabe 2) des Tierschutzvereins Goslar und Umgebung e.V. erschienen.

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