Vegan UND clean essen – funktioniert das?

Vegan UND clean essen – funktioniert das?

… und ob! Das funktioniert sogar ganz hervorragend. Ich persönlich finde, dass sich vegan und clean eating wunderbar ergänzen. Das Prinzip der rein pflanzlichen Ernährung mit den Grundsätzen eines möglichst „reinen“ und gesunden Essens mit Hilfe von natürlichen, unverarbeiteten Zutaten zu koppeln ist problemlos machbar.

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich rede hier NICHT von einer Diät, sondern von einer Ernährungsphilosophie, die relativ dehnbar ist – für jeden so, wie er/sie es braucht und mag. Verbote und Verzicht finde ich abschreckend und ich möchte dergleichen möglichst nicht in meinem Leben haben. Bei mir dürfen und sollen Ausnahmen gemacht werden, so dass ich ab und an auch ohne ein schlechtes Gewissen fettige Pommes und zuckrige Kekse (nicht aus Vollkorn!) verspeisen kann. Auch ein Glas Sekt muss mal sein!

Beim Clean Eating sollten dennoch gewisse Grundsätze beherzigt werden, die je nach Informationsquelle leicht variieren. Ich habe die meiner Meinung nach wichtigsten Punkte zusammengefasst und, wo nötig, auf vegane Ernährung gemünzt.

  • Streiche alle tierischen Erzeugnisse von deinem Speiseplan
  • Frühstücke IMMER
  • Iss fünf bis sechs Mahlzeiten am Tag
  • Trinke ausreichend Wasser und möglichst wenig Alkohol 😉
  • Iss genügend „gesunde“ Fette (Rapsöl, Leinöl, Olivenöl) und vermeide „böse“ gesättigte Fette
  • Kombiniere bei deinen Mahlzeiten komplexe Kohlenhydrate mit Eiweiß
  • Iss möglichst viele naturbelassene Lebensmittel und meide Fertiggerichte, Fast- und Junkfood
  • Halte dich fern von Lebensmitteln, die Zusatz- oder künstliche Süßstoffe enthalten
  • Meide raffinierten Zucker und Weißmehl

Wenn du dann noch so oft es geht zu regionalen und saisonalen Zutaten greifst und deinen (am besten wöchentlichen Groß-)Einkauf so optimierst, dass auch wirklich alles im Laufe der Woche verwertet wird, dann bist du definitiv auf einem guten Weg. Du sparst nicht nur Zeit und Geld, sondern oft auch Kalorien, wenn du beim abendlichen Kochen einfach eine Portion mehr zubereitest und diese am nächsten Tag mit zur Arbeit nimmst.

Übrigens: Hat ein Lebensmittel mehr als 5 Inhaltsstoffe auf der Zutatenliste, ist es meistens nicht clean, sondern wurde industriell mehr oder weniger stark verarbeitet.

Aber genug der Theorie – wie sieht’s mit der Praxis aus?

Mir hat der Versuch, cleaner zu essen, schon erste Erfolge beschert. So habe ich mir zum Beispiel innerhalb weniger Tage meine jahrelange Cola light-Sucht abgewöhnen können. Das ging so leicht, dass ich es selber kaum fassen konnte. Eigentlich wollte ich nur für einen einzigen Tag auf kohlensäure- und süßstoffhaltige Getränke verzichten, um zu sehen, wie das meinem Bauch bekommt. Stattdessen habe ich Leitungswasser mit einem Schuss Zitronensaft getrunken, neben dem gewohnten Kräutertee und (wenig) Kaffee. Aus dem einen Tag wurden zwei, dann drei… Dann kam das Wochenende und ich wollte mir mal wieder eine Flasche Cola light gönnen. Schon beim ersten Glas hat es mich geschüttelt – soooo süß, das Zeug! Damit hatte sich das Thema erledigt. Mir schmeckt kaltes Leitungswasser mit Zitrone noch immer und das Schöne daran ist, dass ich Geld spare und keine Plastikflaschen mehr in meinem Haushalt landen. Yay!

Eine weitere tolle Entdeckung, die ich erst kürzlich gemacht habe, sind Overnight Oats zum Frühstück. Dahinter verbergen sich schlicht über Nacht in Flüssigkeit eingeweichte Haferflocken. Das Grundrezept besteht aus 40 g Haferflocken und 40 ml Flüssigkeit, die zusammengeschüttet und abends in den Kühlschrank gestellt werden. Morgens haben die Flocken die Flüssigkeit aufgesogen und können sofort verspeist werden. So einfach, so gesund und so lecker! Bei der Zusammenstellung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt – einfach „overnight oats“ in die Suchmaschine eingeben und du schwelgst in den köstlichsten Rezepten.

Mein Standardrezept besteht zur Zeit aus Haferflocken, die ich mit Zimt und „Vanila“ (Vanille-Aroma mit gemahlenen Vanilleschoten) mische und dann mit Hafermilch aufgieße. Die Oats schleppe ich morgens mit ins Büro und genieße sie mit frischem Obst wie Pfirsich- oder Mangospalten. Yummy!

Ich finde es genial, wie satt das Ganze macht. Zudem fällt es mir auf diese Weise wirklich leicht, auf meine heißgeliebten Brötchen zu verzichten, denn obwohl ich die Vollkornvariante bevorzuge, enthält auch deren Zutatenliste gern mal Zucker, Dextrose, Malzextrakt, Säureregulator…

In diesem Sinne: Bleib sauber – und vegan!

Wilde Grüße

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